Die meisten Studenten haben den Campus der Hochschule und somit auch Mittweida verlassen. Sogar auf den sonst so belebten Gängen und in den Computerpools im Haus 4, dem Medienzentrum, ist es still geworden. Nur in einem Zimmer scheint noch Licht durch dem Türspalt hindurch - dem Producerbüro.
Die Herausforderung
"Es ist eine unglaublich spannende und zeitintensive Aufgabe, ein Event über knapp ein Jahr vorzubereiten", sagt Philipp, Producer des Medienforum 2009. Zusammen mit Annett Bors übernahm er im Januar die verantwortungsvollste Rolle innerhalb dieses Hochschulprojektes. Warum die Doppelbesetzung in ihren Augen fördernd ist, verraten die beiden gern. So erläutert Philipp den klaren Vorteil: "Als Duo kann man doppelt so kreativ und vor allem auch produktiv agieren." Annett fügt hinzu: "Es gibt eigentlich keine negativen Seiten. Wir haben beide unterschiedliche Erfahrungen und können so verschiedenste Kenntnisse einbringen." Der großen Herausforderung waren sich die beiden jedoch schon im Vorfeld bewusst. "Es bedarf einer langen Überlegungsphase, man sollte sich im Klaren darüber sein, was für ein riesiges Unternehmen auf einen zukommt", so Annett.
Das Leiten verschiedener Teams mit vielen unterschiedlichen Charakteren und das damit zusammenhängende Konfliktmanagement sind nur wenige von vielen Aufgaben, die die Tätigkeit als Producer mit sich bringt. Das Medienforum Mittweida kompetent nach außen zu repräsentieren gehört ebenso dazu, wie die Koordination komplexer Abläufe.
Wo bleibt da das Leben?
Wer sie sucht, der trifft Annett und Philipp nahezu den ganzen Tag im Haus 4 an. Es sieht so aus, als würde es für die beiden ein Leben neben dem des Producers nicht geben - würden sie nicht eines Besseren belehren. Doch gerade Freunde und Familie sind, so Annett, enorm wichtig in dieser Zeit. "Die Lieben sind es, die einem oft ein Lächeln ins Gesicht zaubern und den Stress der Arbeit und des Studiums fast vergessen lassen." In Sachen Studium geben die beiden zu, Abstriche machen zu müssen. "Die ein oder andere Vorlesung geht schon drauf", sagt Annett und schätzt ganz sachlich ein: "Es wäre illusorisch zu sagen, dass mit dieser Arbeit nicht automatisch ein siebtes Semester mit einkalkuliert werden muss, um das Studium nicht zu vernachlässigen."
Auch Mirko Lenz, der Producer der vergangenen Mediennacht, weiß was es heißt, den Posten des Producers anzutreten. "Das Projekt bindet enorm viel Zeit und Aufmerksamkeit." Zudem sagt er, es seien die Entscheidungen, die zu treffen sind und die Verantwortung, die es einem schwer machen, einfach mal abzuschalten. "Man sollte schon realistisch bleiben, dass das Privatleben doch meist einer langen Nacht im Büro weichen muss", so Susann Krieglsteiner, Producerin des Medienforums 2008.
Entlohnung statt Lohn
Seit 13 Jahren wird das Medienforum eigenverantwortlich von Studenten der Fakultät Medien geplant und durchgeführt. Waren es 1996 noch zwei Wochen Vorbereitungszeit, sind es inzwischen zwei Semester. medien-mittweida.de möchte wissen, ob in dieser Zeit Zweifel am eigenen Schaffen und dem Gelingen des Vorhabens nicht inbegriffen seien? "Es gibt immer wieder Momente, in denen es Rückschläge gibt", erzählt Annett und Philipp fügt sogleich hinzu "Ich glaube, wir werden es nie richtig bereuen, dafür haben wir viel zu viel Spaß daran, mit so vielen kreativen Leuten zusammenzuarbeiten."
"Von Zeit zu Zeit fragt man sich schon, und das wird auch Annett und Philipp so gehen, warum man sich das alles überhaupt zumutet", so Mirko. Die vielen Meetings, die anspruchsvollen Sponsorengespräche und die wenige Freizeit zehren, da sind sich alle einig, hin und wieder an den Kräften. Warum es jedoch immer wieder lohnt, sich neu zu motivieren und voller Energie weiter zu machen, fasst Susann Krieglsteiner zusammen: "Es sind die Erfahrungen, die man teilen kann und die einem selbst zuteil werden."
Das "Medienforum Mittweida" gibt vielen jungen Medienstudenten von Jahr zu Jahr die Möglichkeit, sich auszuprobieren und selbst zu verwirklichen. Nur das Zusammenarbeiten vieler verschiedener Persönlichkeiten und die unterstützende Vermittlung der Producer macht ein Gelingen möglich. "Und wenn das Licht im Producerbüro auch noch so lange brennt", sagt Philipp, "nicht zuletzt durch die vielseitige Unterstützung unserer Kommilitonen wird dieser Medienkongress ein Erfolg."
Medienforum Mittweida 2010
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