Campus-Serie: "Hochschule mit Leidenschaft"
Ein Herz für Studenten
19.12.09 08:00 Uhr | Marion Dienerowitz hilft deutschen Studenten in Mittweida bei Bewerbungen für Stipendien und bei der Organisation der Auslandsaufenthalte. Sie ist außerdem die wichtigste Bezugsperson für die ausländischen Studenten.
Mit Leidenschaft für Studenten, Kulturen und Sprachen: Marion Dienerowitz, Studentenbetreuerin im Auslandsamt der Hochschule Mittweida. Foto: Maria Horschig, Bearbeitung: Alexander Haase
Nach 23 Jahren in der Industrie wollte sie weg, "weg aus der unpersönlichen, hart gewordenen Welt der Wirtschaft", hin zu Menschen die Unterstützung suchen und brauchen. Jahrelang arbeitete die studierte Diplom-Mikroelektronikerin im Bereich Computerkundenservice. Über das ERASMUS-Programm, das Studenten bei einem Auslandsaufenthalt in Europa finanziell und organisatorisch unterstützt, verbrachten ihre beiden Söhne Zeit in Spanien und Frankreich. Diese Aufenthalte waren für Marion Dienerowitz Motivation für einen neuen Job. Sie wollte mit Menschen und gleichzeitig international arbeiten. Durch Zufall kam sie nach Mittweida und erfuhr von einer freien Stelle beim Auslandsamt der Hochschule. Erst zögerte sie, bewarb sich dann aber doch und ist nun schon seit fast sieben Jahren für den internationalen Studentenaustausch der Hochschule Mittweida verantwortlich.

Marion Dienerowitz motiviert die Studenten ins Ausland zu gehen und hilft bei der Entscheidung für das Zielland. Für die Beratung bei Praktikumsbewerbungen nutzt sie Ihre Erfahrungen aus der Industrie, denn dort hatte sie oft mit Bewerbern für ein Praktikum zu tun. Auch den ausländischen Studenten hilft sie bei der Organisation des Aufenthaltes, stellt beispielsweise Kontakt mit den Mittweidaer Studierenden her. Sie versucht, ihre Probleme zu lösen und vermittelt auch den ausländischen Studenten oft einen Praktikumsplatz. "Die Erfahrungen, die ich hier mache, könnte ich im Ausland gar nicht machen. So nah wie in Mittweida, würde ich im Ausland gar nicht mit den Menschen in Kontakt kommen."

Klare Ziele

Die Zahl der Studenten aus Mittweida, die ins Ausland gehen, soll sich erhöhen und auf alle Fachrichtungen ausweiten. Dies wird über gezielte, individuelle Veranstaltungen für die einzelnen Fakultäten realisiert. So soll das Interesse für einen Auslandsaufenthalt bei den Studierenden geweckt werden. Derzeit verhandelt das Auslandsamt mit der "Nelson-Mandela-University" in Südafrika, es will die Universität als Partnerhochschule gewinnen. Mittweidaer Studenten, die bereits dort waren, sind sehr zufrieden. Auch um eine gleichmäßige Verteilung der Stipendien auf alle Stiftungen ist Marion Dienerowitz bemüht, hat dabei eine Erfolgsquote von fast 100 Prozent. "Zu sehen, dass meine Arbeit Erfolg bringt, das ist das Beste an meinem Job", berichtet sie lächelnd.

Die Gaststudenten der Hochschule

Sie versucht stets, eine gute Mischund der internationalen Studenten zu schaffen, so dass alle Nationen aus aller Welt vertreten sind. "Lateinamerikaner bringen die Sonne nach Mittweida", daher ist es für sie wichtig, dass auch Studenten dieser Nationalitäten dabei sind. Dieses Jahr sind seit langem einmal wieder ein Student aus Südafrika sowie Studenten aus Jordanien zu Gast in Mittweida.

Marion Dienerowitz hat auch heute noch Kontakt zu vielen Studenten, die sie bei ihrem Aufenthalt in Mittweida betreut hat. So ist ein internationales Netzwerk entstanden. Sie vermittelt deutschen Studenten, die einen Aufenthalt im Ausland planen, den Kontakt zu einem ehemaligen Studenten aus dem jeweiligen Wunschland. Dieser spricht deutsch und kennt sich bestens im entsprechenden Land aus. Der Einstieg ist somit um einiges leichter.

Sprachen als Passion

Ihre Leidenschaft sind die Sprachen. Da sie für ihren Job in der Industrie viel Zeit im Auto verbracht hat, begann sie damit, Sprachen zu lernen. Dies war ihr mit Hilfe von Lern-CDs überall möglich. Vor ihrer Arbeit für die Hochschule widmete sie sich zum Ausgleich in ihrer Freizeit dem Töpfern, leitete sogar lange Zeit einen Keramikzirkel. Doch nun füllt ihre Arbeit sie aus, daher hat Marion Dienerowitz dieses Hobby aufgegeben. "Eine tibetanische Weisheit soll besagen: 'Jeder Mensch geht seiner Bestimmung entgegen', man könnte also sagen, diese Arbeit ist meine 'Bestimmung'." Ihr liebstes Urlaubsland ist Frankreich, daher geht jeder Urlaub in das Nachbarland, wo sie oft zeltet. Außerdem pflegt Frau Dienerowitz eine jahrelange Brieffreundschaft zu einer französischen Lehrerin, die beiden schreiben sich ausschließlich auf Französisch. Auch beim Kochen und Backen liebt sie es, andere Kulturen zu entdecken.
Ressort: Campus | Themen: Hochschule mit Leidenschaft
Stefanie Wieja
Über den Autor:
Name:
Stefanie Wieja
Studiengang:
Medientechnik 2008


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