Kommentar zur vegetarischen Fleischeslust
Glycine max – heilige Hülsenfrucht, erbarmungsloser Eiweißlieferant und talentierter Täuscher in einem. Die Sojabohne ist von China und Südostasien in die ganze Welt gewachsen. Mittlerweile ist sie wichtigster Bestandteil einer politisch-korrekten und nachhaltigen Ernährung und macht selbst dem hartnäckigsten Hackbällchen Konkurrenz. Der Fleischersatzmarkt boomt.
Einst wurde die Begrifflichkeit "Fleisch" in der Europäischen Union pedantisch als "Skelettmuskeln von Tieren der Spezies Säugetiere und Vögel, die als für den menschlichen Verzehr geeignet gelten, mitsamt dem wesensgemäß darin eingebetteten oder damit verbundenen Gewebe" definiert. Klingt kompliziert und eklig, schmeckt aber eigentlich ganz lecker. Und weil es so lecker schmeckt, möchte auch die "Lifestyle of Health and Sustainability-Fraktion" etwas davon haben. Kein Problem für intelligente Zutaten-Zauberer.
Gebastelt statt geschlachtet
Vegetarier und Nachhaltigkeitskonsumenten müssen heutzutage nicht mehr auf knusprige Hähnchenschlegel, Leberkäse, Entenbrust oder Rinderfilets verzichten – intelligenter Lebensmitteltechnik sei Dank. Auf Basis von Soja- und Weizeneiweiß entstehen im Labor kleine Retorten-Fleischlinge – selbstverständlich mit "erstaunlich authentischer Optik", so der Hersteller. Das fulminante "Fleischlego" macht vegetarische Fleischeslust also zum wahren Fest für Nutztiere. Diesen schenken die zahlungsfreudigen Konsumenten nämlich einen Atemzug mehr.
Aber abgesehen davon: Brauchen Vegetarier, Veganer und solche, die es eigentlich gerne wären authentisch geformte Ersatzprodukte, die sogar die geschmackvollen Namen aus der fleischigen Welt tragen? An der passenden Tonalität im veganen Muskelgeschäft hapert es augenscheinlich noch. Fleischsalat, Hähnchenschenkel, Gulasch, Schnitzel und Co. brauchen verbal auf Dauer vielleicht noch etwas mehr als den bloßen Zusatz "vegetarisch".
Fleischlos für Fleischfresser
Und wer nachhaltig "nachhaltig" sein möchte und der "Veggiewirtschaft" finanziell noch ein bisschen unter die Arme greifen will, der denkt natürlich auch an Bello, Mohrle und Mucki. Denn der fleischlose Tierfuttermarkt liefert so einiges für glückliche Vierbeiner. Vegane Hundetrockennahrung, fleischfreie Feuchtnahrung für die Mieze, pflanzlicher Klumpstreu und veganes Kaninchenergänzungsfutter. Willkommen in einer Welt, in der keine Hühnchen mehr gerupft werden und keine Schweine mehr geschlachtet werden müssen.
Einst wurde die Begrifflichkeit "Fleisch" in der Europäischen Union pedantisch als "Skelettmuskeln von Tieren der Spezies Säugetiere und Vögel, die als für den menschlichen Verzehr geeignet gelten, mitsamt dem wesensgemäß darin eingebetteten oder damit verbundenen Gewebe" definiert. Klingt kompliziert und eklig, schmeckt aber eigentlich ganz lecker. Und weil es so lecker schmeckt, möchte auch die "Lifestyle of Health and Sustainability-Fraktion" etwas davon haben. Kein Problem für intelligente Zutaten-Zauberer.
Gebastelt statt geschlachtet
Vegetarier und Nachhaltigkeitskonsumenten müssen heutzutage nicht mehr auf knusprige Hähnchenschlegel, Leberkäse, Entenbrust oder Rinderfilets verzichten – intelligenter Lebensmitteltechnik sei Dank. Auf Basis von Soja- und Weizeneiweiß entstehen im Labor kleine Retorten-Fleischlinge – selbstverständlich mit "erstaunlich authentischer Optik", so der Hersteller. Das fulminante "Fleischlego" macht vegetarische Fleischeslust also zum wahren Fest für Nutztiere. Diesen schenken die zahlungsfreudigen Konsumenten nämlich einen Atemzug mehr.
Aber abgesehen davon: Brauchen Vegetarier, Veganer und solche, die es eigentlich gerne wären authentisch geformte Ersatzprodukte, die sogar die geschmackvollen Namen aus der fleischigen Welt tragen? An der passenden Tonalität im veganen Muskelgeschäft hapert es augenscheinlich noch. Fleischsalat, Hähnchenschenkel, Gulasch, Schnitzel und Co. brauchen verbal auf Dauer vielleicht noch etwas mehr als den bloßen Zusatz "vegetarisch".
Fleischlos für Fleischfresser
Und wer nachhaltig "nachhaltig" sein möchte und der "Veggiewirtschaft" finanziell noch ein bisschen unter die Arme greifen will, der denkt natürlich auch an Bello, Mohrle und Mucki. Denn der fleischlose Tierfuttermarkt liefert so einiges für glückliche Vierbeiner. Vegane Hundetrockennahrung, fleischfreie Feuchtnahrung für die Mieze, pflanzlicher Klumpstreu und veganes Kaninchenergänzungsfutter. Willkommen in einer Welt, in der keine Hühnchen mehr gerupft werden und keine Schweine mehr geschlachtet werden müssen.
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