Kommentar zum Freeganism
Sie verzichten bewusst auf Tierprodukte, ziehen die Konsumkritik aktuellen Kinokritiken vor und boykottieren die Lebensmittelindustrie. Es ist die Nachkommenschaft der 68er, die sich heutzutage durch die Müllcontainer der Supermärkte und Discounter wühlt. Auf ihren Fahnen stehen nicht mehr die "Make love – not war"-Parolen ihrer Eltern, sondern deutliche Losungen wie "Lebensmittelvernichtung stoppen" oder "Ahoi Wegwerfgesellschaft!". Die Freeganism-Bewegung begründet sich nicht aus finanziellen oder materiellen Nöten der jungen Wühler, sondern spiegelt die Nachhaltigkeits-Attitüde einer ganzen Generation wider.
Weltverbesserung geht durch den Magen
Es ist nicht so, dass unzählbare, zustimmende Mitstreiter in Scharen in die Kleinode – also die idyllischen Containerplätze hinter den Naschtempeln – der ernährungsbewussten Pre-Hippies strömen. Die Gruppe der Containerer ist bis dato noch relativ überschaubar. Lässt man sich allerdings die Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf der Zunge zergehen, ist die geringe Anteilnahme am Müllverwerten verwunderlich. Laut Meldungen des BMELV aus dem Jahr 2009 "ist die Zahl der unter Hunger und Unterernährung leidenden Menschen auf über eine Milliarde gestiegen". Im Vergleich dazu geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur in Wien hervor, dass Supermärkte täglich rund 45 Kilogramm Lebensmittel wegwerfen "ohne den Versuch einer anderen Verwertung zu unternehmen".
Mein Haus, mein Auto, mein Müll
Trotz, dass die sinnlose Vernichtung von Lebensmitteln auch bei den Supermärkten und in der Politik bekannt ist, ist das Containern in Deutschland illegal. In unserem sauberen Rechtsstaat ist jegliche Form von stinkendem Hausmüll seinem Besitzer zuzurechnen und folglich ist das Verwerten von Nachbars Abfall Diebstahl. Deutschlands neue Ernährungs-Avantgarde holt sich trotz gesetzlicher Unsinnigkeiten das, was andere wegwerfen. Laut Definition verringern sie somit "den negativen Einfluss des Einzelnen auf die Umwelt, die Tierwelt und das menschliche Leben". Irgendwie verbessern sie die Welt damit doch ein klitzekleines bisschen. So wie ihre, einst langhaarigen, Erzieher vor rund 50 Jahren.
Weltverbesserung geht durch den Magen
Es ist nicht so, dass unzählbare, zustimmende Mitstreiter in Scharen in die Kleinode – also die idyllischen Containerplätze hinter den Naschtempeln – der ernährungsbewussten Pre-Hippies strömen. Die Gruppe der Containerer ist bis dato noch relativ überschaubar. Lässt man sich allerdings die Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf der Zunge zergehen, ist die geringe Anteilnahme am Müllverwerten verwunderlich. Laut Meldungen des BMELV aus dem Jahr 2009 "ist die Zahl der unter Hunger und Unterernährung leidenden Menschen auf über eine Milliarde gestiegen". Im Vergleich dazu geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur in Wien hervor, dass Supermärkte täglich rund 45 Kilogramm Lebensmittel wegwerfen "ohne den Versuch einer anderen Verwertung zu unternehmen".
Mein Haus, mein Auto, mein Müll
Trotz, dass die sinnlose Vernichtung von Lebensmitteln auch bei den Supermärkten und in der Politik bekannt ist, ist das Containern in Deutschland illegal. In unserem sauberen Rechtsstaat ist jegliche Form von stinkendem Hausmüll seinem Besitzer zuzurechnen und folglich ist das Verwerten von Nachbars Abfall Diebstahl. Deutschlands neue Ernährungs-Avantgarde holt sich trotz gesetzlicher Unsinnigkeiten das, was andere wegwerfen. Laut Definition verringern sie somit "den negativen Einfluss des Einzelnen auf die Umwelt, die Tierwelt und das menschliche Leben". Irgendwie verbessern sie die Welt damit doch ein klitzekleines bisschen. So wie ihre, einst langhaarigen, Erzieher vor rund 50 Jahren.
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