TMM präsentiert Konstruktionszwischenstand
Christian Klewer, Teamleiter Organisation, und Anna Kirchner, Marketingleiterin TMM auf der Vollversammlung. Foto: Diana Ruder
"Vortrieb made in Mittweida" heißt es seit nunmehr über drei Jahren an der Hochschule Mittweida. Mit dem TMM wurde 2006 das Projekt ins Leben gerufen, dessen Ziel die Teilnahme am internationalen Konstruktionswettbewerb "Formula Student" ist. In der vorigen Rennsaison startete das Studententeam mit dem Boliden "TOURO" (portugiesisch: Stier), als eines von vier sächsischen Teams auf dem Hockenheimring. Mit dem Beginn des Wintersemesters 2009/2010 an der Hochschule Mittweida formierte sich nun ein neues Team. Zum dritten Mal in Folge konstruieren und bauen Studierende der Hochschule einen einsitzigen Rennwagen. Für den 18. Dezember dieses Jahres ist das Ende der Konstruktionsphase anberaumt.
Der Reiz dieses Projektes: Es ist fakultätsübergreifend. Das Team besteht aus Studierenden von vier Fakultäten der Hochschule Mittweida. Während in der Marketingabteilung Medienstudenten zum Beispiel auf Sponsorenakquise gehen, konstruieren und fertigen Maschinenbauer, Mechatroniker und Informationstechniker den eigentlichen Rennwagen. Durch die Beteiligung von Studierenden unterschiedlicher Studiengänge ist TMM zuweilen eine besondere Herausforderung. "Miteinander für etwas zu kämpfen" sei die Motivation, sagt Anna Kirchner, Marketingleiterin TMM. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es in dieser Saison häufig Team-Events, wie zum Beispiel gemeinsames Go-Kart-Fahren. Geplant sind außerdem eine Weihnachtsfeier und "Geocaching". Zwischen Teamleitung und Mitgliedern herrscht häufig das "Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip", sagt Anna Kirchner. "Die Teammitglieder sollen einfach sehen: Wir fordern viel von euch, aber es kommt auch viel zurück".
"Das Event schlechthin"
Auch in dieser Saison ist es wieder oberstes Ziel, an dem internationalen "Formula Student"-Wettbewerb auf dem Hockenheimring teilzunehmen. Es ist "das Event schlechthin", betont Christian Klewer, Teamleiter Organisation. Aber auch Konstruktionswettbewerbe in Silverstone, Italien und Österreich sind reizvoll für die Studenten.
Das Team entwickelt – wie in den vergangenen Jahren – einen einsitzigen Boliden. In nur sechs Monaten soll dieser Rennwagen greifbare Realität sein. Ein knappes Zeitfenster, das sich die Studierenden gesetzt haben. Allerdings wird die Verkleidungsform des Wagens aus dem vergangenen Jahr übernommen. Das Fahrwerk besteht dieses Jahr aus leichteren Materialien wie Carbon und Aluminium. Der Motor stammt aus einem Unfallwagen und wird nach den Regeln der "Formula Student Germany" umgebaut. So ist beispielsweise der Hubraum des Fahrzeugs auf 610 Kubikzentimeter beschränkt. Ein Rennwagen, der bei diesem internationalen Wettbewerb auf den Prüfstand kommt, hat so eine maximale Leistung von etwa 103 PS. Pflicht ist laut den Wettbewerbsregularien außerdem eine "Crashbox". Dieses Bauteil sorgt bei einem Aufprallunfall für die Umwandlung von Beschleunigungsenergie in Verformungsenergie, sodass an der Verkleidung des Rennwagens nach einem frontalen Unfall lediglich materieller Schaden entsteht. Der Rahmen des Wagens wird so geschont und die Beine des Fahrers bleiben unverletzt.
Aus Fehlern lernen
Konstruktionsmängel der vergangenen Jahre sollen nicht wiederholt werden. Dazu trug eine zeitige und umfassende Fehleranalyse bei. So sind unter anderem fünf Wochen in der Testphase geplant, um "die ersten Kinderkrankheiten auszumerzen", berichtet Christian Klewer. Steht der Rennwagen, so ist ab Anfang April eine 12- bis 15-wöchige Testphase geplant. In den vergangenen Jahren waren die Testphasen wesentlich kürzer. Doch es hat sich gezeigt, dass die Studenten nur durch das Fahren selbst Fehler frühzeitig erkennen und ausbessern können.
In dieser Saison will das Team den Wagen so leicht und kostengünstig wie möglich bauen. Daher werden vorwiegend Carbon, Aluminium und Glasfaser zur Fertigung verwendet. Komplizierte Konstruktionen, wie sie noch bei "TOURO" aus der vergangenen Saison zu finden waren, soll es in dem neuen Modell nicht mehr geben, bewährte Konstruktionen werden hingegen übernommen oder noch verbessert.
Das Gesamtpaket zählt
Bei der "Formula Student" gewinnt nicht der schnellste Wagen, sondern das beste Konzept aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. So ist die Sponsorenakquise derzeit in vollem Gange, denn ohne finanzielle und materielle Unterstützung kommt das Team nicht aus. Dieses Jahr unterstützen unter anderem die DEKRA, Cotesa und Regio Bus das junge Team. Um möglichst große Bekanntheit zu erlangen, wollen sich die Mitglieder auf internationalen Messen der Automobilbranche präsentieren. Die AMI und der Autosalon Chemnitz sind Beispiele für dieses ehrgeizige Vorhaben. Auch Präsentationen an der Hochschule Mittweida und auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal tragen dazu bei, das öffentliche Interesse zu wecken.
Praxisorientiert und professionell
Das Projekt TMM ist durchaus realitätsgetreu. Die Mitglieder können theoretisch erlerntes Wissen aus den Vorlesungen und Seminaren anwenden und sogenannte Soft Skills erwerben. Fakultätsübergreifendes Arbeiten, Pünktlichkeit und das Auseinandersetzen mit der englischen Sprache finden bei TMM praktische Anwendung. Die Mitglieder müssen Verantwortungsgefühl dem Team gegenüber beweisen und können das selbstbewusste Auftreten, wie es zum Beispiel bei Präsentationen auf Messen notwendig ist, trainieren.
Besondere Anforderungen werden auch an die Fahrer des Rennwagens gestellt. Sie sollten aktiv im Team mitarbeiten, um die monatelange, intensive Arbeit wertschätzen zu können. Während der Testphasen müssen sie zeigen, dass sie sowohl riskant als auch sicher fahren können. "Der, der von sich selbst sagt, dass er gut fahren kann, kann es der Erfahrung nach häufig nicht", bekräftigt Anna Kirchner. In dieser Saison soll es sechs bis sieben Fahrer geben.
Das Streben nach Professionalität innerhalb des Teams ist ein wichtiges Merkmal des Technikum Mittweida Motorsport. Allein Studenten leiten, planen und führen das Projekt Jahr für Jahr durch. Der Vergleich in den Wettbewerben mit Studententeams aus aller Welt ist dabei Anreiz und stärkt den Zusammenhalt in der Gruppe. Professoren und Hochschulmitarbeiter sind jedoch permanente Ansprechpartner bei wissenschaftlichen oder technischen Fragen.
Der Reiz dieses Projektes: Es ist fakultätsübergreifend. Das Team besteht aus Studierenden von vier Fakultäten der Hochschule Mittweida. Während in der Marketingabteilung Medienstudenten zum Beispiel auf Sponsorenakquise gehen, konstruieren und fertigen Maschinenbauer, Mechatroniker und Informationstechniker den eigentlichen Rennwagen. Durch die Beteiligung von Studierenden unterschiedlicher Studiengänge ist TMM zuweilen eine besondere Herausforderung. "Miteinander für etwas zu kämpfen" sei die Motivation, sagt Anna Kirchner, Marketingleiterin TMM. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es in dieser Saison häufig Team-Events, wie zum Beispiel gemeinsames Go-Kart-Fahren. Geplant sind außerdem eine Weihnachtsfeier und "Geocaching". Zwischen Teamleitung und Mitgliedern herrscht häufig das "Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip", sagt Anna Kirchner. "Die Teammitglieder sollen einfach sehen: Wir fordern viel von euch, aber es kommt auch viel zurück".
"Das Event schlechthin"
Auch in dieser Saison ist es wieder oberstes Ziel, an dem internationalen "Formula Student"-Wettbewerb auf dem Hockenheimring teilzunehmen. Es ist "das Event schlechthin", betont Christian Klewer, Teamleiter Organisation. Aber auch Konstruktionswettbewerbe in Silverstone, Italien und Österreich sind reizvoll für die Studenten.
Das Team entwickelt – wie in den vergangenen Jahren – einen einsitzigen Boliden. In nur sechs Monaten soll dieser Rennwagen greifbare Realität sein. Ein knappes Zeitfenster, das sich die Studierenden gesetzt haben. Allerdings wird die Verkleidungsform des Wagens aus dem vergangenen Jahr übernommen. Das Fahrwerk besteht dieses Jahr aus leichteren Materialien wie Carbon und Aluminium. Der Motor stammt aus einem Unfallwagen und wird nach den Regeln der "Formula Student Germany" umgebaut. So ist beispielsweise der Hubraum des Fahrzeugs auf 610 Kubikzentimeter beschränkt. Ein Rennwagen, der bei diesem internationalen Wettbewerb auf den Prüfstand kommt, hat so eine maximale Leistung von etwa 103 PS. Pflicht ist laut den Wettbewerbsregularien außerdem eine "Crashbox". Dieses Bauteil sorgt bei einem Aufprallunfall für die Umwandlung von Beschleunigungsenergie in Verformungsenergie, sodass an der Verkleidung des Rennwagens nach einem frontalen Unfall lediglich materieller Schaden entsteht. Der Rahmen des Wagens wird so geschont und die Beine des Fahrers bleiben unverletzt.
Aus Fehlern lernen
Konstruktionsmängel der vergangenen Jahre sollen nicht wiederholt werden. Dazu trug eine zeitige und umfassende Fehleranalyse bei. So sind unter anderem fünf Wochen in der Testphase geplant, um "die ersten Kinderkrankheiten auszumerzen", berichtet Christian Klewer. Steht der Rennwagen, so ist ab Anfang April eine 12- bis 15-wöchige Testphase geplant. In den vergangenen Jahren waren die Testphasen wesentlich kürzer. Doch es hat sich gezeigt, dass die Studenten nur durch das Fahren selbst Fehler frühzeitig erkennen und ausbessern können.
In dieser Saison will das Team den Wagen so leicht und kostengünstig wie möglich bauen. Daher werden vorwiegend Carbon, Aluminium und Glasfaser zur Fertigung verwendet. Komplizierte Konstruktionen, wie sie noch bei "TOURO" aus der vergangenen Saison zu finden waren, soll es in dem neuen Modell nicht mehr geben, bewährte Konstruktionen werden hingegen übernommen oder noch verbessert.
Das Gesamtpaket zählt
Bei der "Formula Student" gewinnt nicht der schnellste Wagen, sondern das beste Konzept aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. So ist die Sponsorenakquise derzeit in vollem Gange, denn ohne finanzielle und materielle Unterstützung kommt das Team nicht aus. Dieses Jahr unterstützen unter anderem die DEKRA, Cotesa und Regio Bus das junge Team. Um möglichst große Bekanntheit zu erlangen, wollen sich die Mitglieder auf internationalen Messen der Automobilbranche präsentieren. Die AMI und der Autosalon Chemnitz sind Beispiele für dieses ehrgeizige Vorhaben. Auch Präsentationen an der Hochschule Mittweida und auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal tragen dazu bei, das öffentliche Interesse zu wecken.
Praxisorientiert und professionell
Das Projekt TMM ist durchaus realitätsgetreu. Die Mitglieder können theoretisch erlerntes Wissen aus den Vorlesungen und Seminaren anwenden und sogenannte Soft Skills erwerben. Fakultätsübergreifendes Arbeiten, Pünktlichkeit und das Auseinandersetzen mit der englischen Sprache finden bei TMM praktische Anwendung. Die Mitglieder müssen Verantwortungsgefühl dem Team gegenüber beweisen und können das selbstbewusste Auftreten, wie es zum Beispiel bei Präsentationen auf Messen notwendig ist, trainieren.
Besondere Anforderungen werden auch an die Fahrer des Rennwagens gestellt. Sie sollten aktiv im Team mitarbeiten, um die monatelange, intensive Arbeit wertschätzen zu können. Während der Testphasen müssen sie zeigen, dass sie sowohl riskant als auch sicher fahren können. "Der, der von sich selbst sagt, dass er gut fahren kann, kann es der Erfahrung nach häufig nicht", bekräftigt Anna Kirchner. In dieser Saison soll es sechs bis sieben Fahrer geben.
Das Streben nach Professionalität innerhalb des Teams ist ein wichtiges Merkmal des Technikum Mittweida Motorsport. Allein Studenten leiten, planen und führen das Projekt Jahr für Jahr durch. Der Vergleich in den Wettbewerben mit Studententeams aus aller Welt ist dabei Anreiz und stärkt den Zusammenhalt in der Gruppe. Professoren und Hochschulmitarbeiter sind jedoch permanente Ansprechpartner bei wissenschaftlichen oder technischen Fragen.
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Kommentar von chris- | 08.02.10
das ist ja eine super Sache. Ich wusste gar nicht, dass es solche Rennserien gibt! Ich wünsch euch wirklich alles Gute! :)
Holt uns den Sieg! :))