Datum: 17.01.10 - Ort: Hochschule Mittweida - Fotograf: Quelle: Hochschule Mittweida
Am heutigen Sonntag feiert Ludwig Hilmer, Professor für Medienwissenschaften an der Hochschule Mittweida, seinen 50. Geburtstag. medien-mittweida.de sprach mit Kollegen und Studenten über einen Mann, der viel für die Fakultät Medien geleistet hat.
Der erste Tag in Mittweida ist vielen Medienstudenten noch sehr gut Erinnerung: Aufgeregt setzen sie sich zwischen viele neue Kommilitonen in die Bankreihe und warten gespannt auf den Beginn der Einführungsveranstaltung. Das erste Wort hat der Dekan der Fakultät Medien – das war von 2001 bis 2009 Prof. Dr. Ludwig Hilmer. Frei heraus, ohne Manuskript oder Stichwortzettel, begrüßt er die neuen Studenten mit Worten, die viele die Aufregung vergessen lässt und ihnen das Gefühl gibt: Hier bin ich richtig. Mit Witz lockert er die angespannte Atmosphäre, aber mit ernsten Worten macht er den jungen Menschen auch die Bedeutung dieses neuen Lebensabschnittes klar.
"Kennen gelernt habe ich Professor Hilmer bei meiner Einführungsveranstaltung, aber das ist bei Weitem nicht das letzte Mal, dass man in seinem Studium mit ihm zu tun hat", berichtet Mirko Lenz, Medientechnikstudent des Jahrgangs 2006. Hilmer unterstützt zahlreiche Medienprojekte, Mirko zum Beispiel hat als Produzent der Mediennacht 2008 oft mit ihm zusammengearbeitet. "Auch im Fakultätsrat habe ich hautnah mitbekommen, wie er als Dekan arbeitet. Ich schätze vor allem das Vertrauen, das er den Studenten entgegenbringt. Wir können unsere Projekte so umsetzen, wie wir es wollen – dabei hat er uns oft mit seiner Erfahrung weitergeholfen."
Weitblick und Praxisnähe
Erstsemestler begegnen Prof. Hilmer gleich in den darauf folgenden Wochen wieder in den von ihm betreuten Modulen "Literatur und Film" und "Akademischer Dialog". Fern von grauer Theorie können die Studenten hier gemeinsam "Leinwandklassiker" anschauen und diskutieren beziehungsweise mit engagierten Referenten aus der Praxis ins Gespräch kommen. Hilmer legt Wert auf Weitblick und Praxisnähe – und diese Merkmale ließ er auch in die Entwicklung des "Mittweidaer Modells" einfließen. Was viele Studenten erst später im Laufe ihres Studiums erfahren: Ohne ihn und seinen Kollegen Prof. Dr. Otto Altendorfer gäbe es das Medienstudium in Mittweida nicht in dieser Form. "Er war maßgeblich an der Einführung der Studiengänge Medientechnik 1994 und Medienmanagement 1998 beteiligt. Er hatte auch immer den Drang, aus der 1996 eingeführten Fachgruppe Medientechnik einen eigenen Fachbereich Medien zu gründen", bestätigt Prof. Dr. Rainer Zschockelt, heutiger Dekan der Fakultät Medien. "Er hat den Kopf voller Ideen und ist sehr zielstrebig – das ist ein großer Vorzug."
Medienphilosophie
Ludwig Hilmer studierte 1980 bis 1986 Geschichte und Politische Wissenschaften an der Universität in Regensburg. Nach verschiedenen Stationen in Wissenschaft und Forschung und der Mitarbeit in der Medien- und Begabtenförderung der Hanns-Seidel-Stiftung promovierte er 1995 zum Dr. phil. an der Philosophischen Fakultät. In Regensburg lernte er in den 80er Jahren auch seinen langjährigen Freund und Kollegen Otto Altendorfer kennen. Wenig später teilten sie sich eine Wohngemeinschaft im berühmten "Denkerzentrum". Gemeinsam engagierten sie sich in einem Fußballverein - Hilmer als Präsident, Altendorfer als Trainer. Sie erlangten erste Lizenzen beim Lokalradio und beim Fernsehen in Bayern, besuchten zusammen Medienkongresse. "Manchmal gingen wir nur zur Abendveranstaltung, mit dem Ziel: Mal schauen, wer als Letzter geht", berichtet Altendorfer lachend.
1994 nahm Ludwig Hilmer erste Lehraufträge im Studiengang Medientechnik in Mittweida an und wurde 1996 zum Professor für Medienlehre/Medienpraxis und zum Leiter der Fachgruppe Medientechnik berufen. Seine Mitarbeiterin der ersten Stunde, Sabine Kilger, erinnert sich genau: "Ich habe Prof. Hilmer am 8. Juli 1996 gleich als meinen Chef kennen gelernt. Damals gehörten wir als Fachgruppe Medientechnik noch zum Fachbereich Elektrotechnik/Elektronik und waren gerade mal zu viert - in einem winzigen Büro im Haus 3: Prof. Hilmer, Prof. Altendorfer, ich - und unser Praktikant Helmut Hammer, der inzwischen ja auch eine feste Größe in der Fakultät ist."
Rhetorisches Naturtalent
"Besonders schätze ich seine Klugheit. Er kann auch unvorbereitet perfekte Reden halten und hat sich immer für uns - seine Mitarbeiter - eingesetzt. Persönlich mag ich auch seine liebenswürdig-zerstreute Art: Trotz seiner Aktenberge hat er immer den Überblick", fährt Sabine Kilger lächelnd fort. Das rhetorische Talent bestätigt auch Helmut Hammer: "Es ist mehr als nur ein 'Running Gag', wenn man vor einer Veranstaltung hört: Sieh zu, dass du vor Prof. Hilmer redest – danach ist alles gesagt." Hammer war der erste Praktikant und ist heute Mitarbeiter an der Fakultät Medien. Er hat miterlebt, wie Hilmer über viele Jahre das "Mittweidaer Modell" der Medienausbildung an der Hochschule durchsetzte und sich auch gegen Widerstände nicht von seinem Weg abbringen ließ. Helmut Hammer würdigt auch Hilmers vorausschauende Sicht: "Weder in den Medien noch in der Hochschullandschaft reicht es, nur ein oder zwei Jahre voraus zu denken. Hilmer hat den richtigen Riecher für das, was in der Zukunft Chancen hat."
Diese Fähigkeiten setzt er auch in vielen anderen Funktionen ein, unter anderem im Aufsichtsrat von HITRADIO RTL, als Direktor der Mitteldeutschen Journalistenschule und als Gutachter im Deutschen Wissenschaftsrat. Außerdem betreut er aktuell die Erhebung der Empfangswegestudie der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, das Projekt "University Anytime" des Bildungsportals Sachsen sowie mehrere Marketing- und Studienprojekte an der Hochschule Mittweida. Sein jüngstes Amt har er erst seit Kurzem inne: Er ist Mitglied des neuen Hochschulrats der Hochschule Mittweida. Bei all dem bleibt er immer nah an den Medienstudierenden, hält Vorlesungen und Seminare, betreut Abschlussarbeiten und studentische Projekte.
medien-mittweida.de gratuliert Professor Hilmer ganz herzlich zum Geburtstag und wünscht weiterhin alles Gute.
Am heutigen Sonntag feiert Ludwig Hilmer, Professor für Medienwissenschaften an der Hochschule Mittweida, seinen 50. Geburtstag. medien-mittweida.de sprach mit Kollegen und Studenten über einen Mann, der viel für die Fakultät Medien geleistet hat.
Der erste Tag in Mittweida ist vielen Medienstudenten noch sehr gut Erinnerung: Aufgeregt setzen sie sich zwischen viele neue Kommilitonen in die Bankreihe und warten gespannt auf den Beginn der Einführungsveranstaltung. Das erste Wort hat der Dekan der Fakultät Medien – das war von 2001 bis 2009 Prof. Dr. Ludwig Hilmer. Frei heraus, ohne Manuskript oder Stichwortzettel, begrüßt er die neuen Studenten mit Worten, die viele die Aufregung vergessen lässt und ihnen das Gefühl gibt: Hier bin ich richtig. Mit Witz lockert er die angespannte Atmosphäre, aber mit ernsten Worten macht er den jungen Menschen auch die Bedeutung dieses neuen Lebensabschnittes klar.
"Kennen gelernt habe ich Professor Hilmer bei meiner Einführungsveranstaltung, aber das ist bei Weitem nicht das letzte Mal, dass man in seinem Studium mit ihm zu tun hat", berichtet Mirko Lenz, Medientechnikstudent des Jahrgangs 2006. Hilmer unterstützt zahlreiche Medienprojekte, Mirko zum Beispiel hat als Produzent der Mediennacht 2008 oft mit ihm zusammengearbeitet. "Auch im Fakultätsrat habe ich hautnah mitbekommen, wie er als Dekan arbeitet. Ich schätze vor allem das Vertrauen, das er den Studenten entgegenbringt. Wir können unsere Projekte so umsetzen, wie wir es wollen – dabei hat er uns oft mit seiner Erfahrung weitergeholfen."
Weitblick und Praxisnähe
Erstsemestler begegnen Prof. Hilmer gleich in den darauf folgenden Wochen wieder in den von ihm betreuten Modulen "Literatur und Film" und "Akademischer Dialog". Fern von grauer Theorie können die Studenten hier gemeinsam "Leinwandklassiker" anschauen und diskutieren beziehungsweise mit engagierten Referenten aus der Praxis ins Gespräch kommen. Hilmer legt Wert auf Weitblick und Praxisnähe – und diese Merkmale ließ er auch in die Entwicklung des "Mittweidaer Modells" einfließen. Was viele Studenten erst später im Laufe ihres Studiums erfahren: Ohne ihn und seinen Kollegen Prof. Dr. Otto Altendorfer gäbe es das Medienstudium in Mittweida nicht in dieser Form. "Er war maßgeblich an der Einführung der Studiengänge Medientechnik 1994 und Medienmanagement 1998 beteiligt. Er hatte auch immer den Drang, aus der 1996 eingeführten Fachgruppe Medientechnik einen eigenen Fachbereich Medien zu gründen", bestätigt Prof. Dr. Rainer Zschockelt, heutiger Dekan der Fakultät Medien. "Er hat den Kopf voller Ideen und ist sehr zielstrebig – das ist ein großer Vorzug."
Medienphilosophie
Ludwig Hilmer studierte 1980 bis 1986 Geschichte und Politische Wissenschaften an der Universität in Regensburg. Nach verschiedenen Stationen in Wissenschaft und Forschung und der Mitarbeit in der Medien- und Begabtenförderung der Hanns-Seidel-Stiftung promovierte er 1995 zum Dr. phil. an der Philosophischen Fakultät. In Regensburg lernte er in den 80er Jahren auch seinen langjährigen Freund und Kollegen Otto Altendorfer kennen. Wenig später teilten sie sich eine Wohngemeinschaft im berühmten "Denkerzentrum". Gemeinsam engagierten sie sich in einem Fußballverein - Hilmer als Präsident, Altendorfer als Trainer. Sie erlangten erste Lizenzen beim Lokalradio und beim Fernsehen in Bayern, besuchten zusammen Medienkongresse. "Manchmal gingen wir nur zur Abendveranstaltung, mit dem Ziel: Mal schauen, wer als Letzter geht", berichtet Altendorfer lachend.
1994 nahm Ludwig Hilmer erste Lehraufträge im Studiengang Medientechnik in Mittweida an und wurde 1996 zum Professor für Medienlehre/Medienpraxis und zum Leiter der Fachgruppe Medientechnik berufen. Seine Mitarbeiterin der ersten Stunde, Sabine Kilger, erinnert sich genau: "Ich habe Prof. Hilmer am 8. Juli 1996 gleich als meinen Chef kennen gelernt. Damals gehörten wir als Fachgruppe Medientechnik noch zum Fachbereich Elektrotechnik/Elektronik und waren gerade mal zu viert - in einem winzigen Büro im Haus 3: Prof. Hilmer, Prof. Altendorfer, ich - und unser Praktikant Helmut Hammer, der inzwischen ja auch eine feste Größe in der Fakultät ist."
Rhetorisches Naturtalent
"Besonders schätze ich seine Klugheit. Er kann auch unvorbereitet perfekte Reden halten und hat sich immer für uns - seine Mitarbeiter - eingesetzt. Persönlich mag ich auch seine liebenswürdig-zerstreute Art: Trotz seiner Aktenberge hat er immer den Überblick", fährt Sabine Kilger lächelnd fort. Das rhetorische Talent bestätigt auch Helmut Hammer: "Es ist mehr als nur ein 'Running Gag', wenn man vor einer Veranstaltung hört: Sieh zu, dass du vor Prof. Hilmer redest – danach ist alles gesagt." Hammer war der erste Praktikant und ist heute Mitarbeiter an der Fakultät Medien. Er hat miterlebt, wie Hilmer über viele Jahre das "Mittweidaer Modell" der Medienausbildung an der Hochschule durchsetzte und sich auch gegen Widerstände nicht von seinem Weg abbringen ließ. Helmut Hammer würdigt auch Hilmers vorausschauende Sicht: "Weder in den Medien noch in der Hochschullandschaft reicht es, nur ein oder zwei Jahre voraus zu denken. Hilmer hat den richtigen Riecher für das, was in der Zukunft Chancen hat."
Diese Fähigkeiten setzt er auch in vielen anderen Funktionen ein, unter anderem im Aufsichtsrat von HITRADIO RTL, als Direktor der Mitteldeutschen Journalistenschule und als Gutachter im Deutschen Wissenschaftsrat. Außerdem betreut er aktuell die Erhebung der Empfangswegestudie der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, das Projekt "University Anytime" des Bildungsportals Sachsen sowie mehrere Marketing- und Studienprojekte an der Hochschule Mittweida. Sein jüngstes Amt har er erst seit Kurzem inne: Er ist Mitglied des neuen Hochschulrats der Hochschule Mittweida. Bei all dem bleibt er immer nah an den Medienstudierenden, hält Vorlesungen und Seminare, betreut Abschlussarbeiten und studentische Projekte.
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